Kunst macht Schule
Indem erweiterte künstlerische Angebote für Schüler die Schulbildung bereichern,
begrüßen wir sehr das Bemühen des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus,
im Rahmen der Förderprogramme zum Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen eine
vermehrte Einbeziehung von außerschulischen Kooperationspartnern und professionellen
Künstlern in den Schulalltag zu befördern. Bei der Koordinierung anspruchsvoller
künstlerischer Angebote für Schulen bieten wir unsere Mithilfe an.
Mit der Vermittlung zwischen Schulen und Künstlern können wir dazu beitragen, die sich durch die
Förderprogramme bietenden Chancen einer größeren Breite des Programms und der Integration von Angeboten
praktisch tätiger Künstler in die Schularbeit bestmöglich zu nutzen. Unsere Koordinierungsleistung zwischen
Interessen der Schulen und den Angeboten der Künstler schließt ebenso Beratung bzw. die gemeinsame
Entwicklung von Programmkonzepten ein.
Die Anleitung von Schülern zum künstlerischen Gestalten im Rahmen einer unabhängigen Kursleitertätigkeit
bietet neben einem willkommenen Zubrot für Künstler nicht zuletzt auch eine bessere Nutzung des in der
Gesellschaft vorhandenen kreativen Potentials, indem es im Sinne der Jugendbildung fruchtbar werden kann.
Damit ist die Erweiterung des schulischen Angebots in vielfältige Richtungen möglich: durch praktische oder
auch theoretische Kursangebote und unterschiedliche Kursinhalte bezüglich künstlerischer Genres,
Techniken, Themen, formaler Fragestellungen und kreativer Arbeitsweisen.
Frei tätige Künstler können in besonderer Weise und Verfeinerung Kunsttechniken vermitteln und genuine Beiträge
zum Schulunterricht leisten. Zwar verfügen bildende Künstler nicht wie Kunstpädagogen über die didaktischen
Kenntnisse bei der Vermittlung und haben evtl. auch nicht wie jene den Überblick über die Kunstgeschichte,
aber sie können mit ihrer Kompetenz viel in den Kunstunterricht einbringen, indem sie in einem ganz spezifischen
Gebiet intensiv mit konkreten bildnerischen Fragen und Techniken beschäftigt sind. So tief wird wahrscheinlich kein
Kunstlehrer in ein spezielles, sei es malerisches, strukturelles oder räumliches Problem eingestiegen sein.
Frei tätige Künstler können eher als Kunsterzieher, die mit kunsthistorisch distanzierendem Blick oder auch als
Vermittler verschiedenster Techniken und künstlerischer Themen einen übergreifenden Ansatz haben,
die Konsequenz ihrer je spezifischen bildnerischen Ansätze an die Schüler vermitteln und weitergeben,
vielleicht auch als Ahnung davon, was Künstler ein Leben lang umtreiben kann:
Farb- oder grafische Gestaltungsfragen zu thematisieren, Strukturprogramme und Ordnungssysteme durchzuspielen,
Abbildungsfragen hin und her zu wenden, Räume auszuloten, Wahrnehmung zu testen, Virtualität in Bezug auf Realität
zu thematisieren, gesellschaftliche Themen angemessen ins Bild/ in die Form zu setzen etc.
Außerdem können Künstler schon in ihrer Person den Schülern einen Kontext vermitteln, der evtl.
jenseits sonstiger und gewohnter gesellschaftlicher Praxis liegt. Sie können mit ihrer oft sehr
idealistischen Position andere Wertvorstellungen an die Schüler herantragen bzw. einen diesbezüglich
alternativen Lebensentwurf zeigen.
In der Zusammenarbeit von Schulen und Künstlern in diesem Sinne wird mit dem Ausbau des künstlerischen
Profils und durch die spezifische Einbindung von Künstlern vor allem auch die besonders nach Orientierung
suchende Sekundarstufe 1 gestärkt, wie die genannte Studie deutlich macht. Wichtig ist dabei nicht zuletzt,
dass Künstler nicht in Konkurrenz zu den Lehrern zu sehen sind. Verstärkt suchen wir die produktive
Zusammenarbeit und Abstimmung mit Kunsterziehern, besonders auch im Kontakt mit dem Bund deutscher Kunsterzieher Sachsen (BDK).
Indem die Fördermittel zum Ausbau von Ganztagsangeboten bisher längst nicht in dem Maße ausgeschöpft werden, wie sie zur Verfügung stehen, gibt es Notwendigkeiten, die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der Förderprogramme nach außen besser deutlich zu machen und die Vermittlungsarbeit zu professionalisieren, die beim Kultusministerium als einem Schnittpunkt der diesbezüglichen Interessen von Schulen und Kunstträgern zusammenläuft.
Am Fakt, dass die Antragstellung auf Fördermittel nach unserem Eindruck die Schulen offensichtlich überfordert und auch die Künstler mit Konzeptangeboten bisher nur verhalten reagieren, wird deutlich, dass ein erheblicher Vermittlungsbedarf hinsichtlich der Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Rahmen der Förderung besteht. Eine Datenbank für die Darstellung und für die Suche konkreter Angebote für Schüler ist daher unentbehrlich.
www.kunst-in-schulen.de
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